Gesunde Muffins backen ist meine Mission

Ich habe eine Mission: meine Kinder gesund zu ernähren, weil ich sie liebe! Dabei fang ich nicht irgendwo an, nein! Ich widme mich direkt der „Königsdisziplin“ der gesunden Ernährung: dem Backen gesunder Muffins! Vor einigen Monaten stellten wir bei unserer Tochter fest, dass sie gewisse Lebensmittelunverträglichkeiten hat: Weizen, Laktose, raffinierter Zucker. Seither bin ich eifrig dabei, mein gesetztes Ziel zu erreichen: gesundes und leckeres Backen, sodass es auch meine Tochter liebt. Klingt ganz einfach? – Ist es aber nicht! Marie liiiiebt nämlich alles Süße und da vor allem Schokolade und Muffins.

Ihr Geschmacksinn ist diesbezüglich auch schon sehr von handelsüblichen Geschmacksverstärkern und Aromen eingenommen. Nicht, dass sie bisher über die Maßen genascht oder sich besonders ungesund ernährt hätte, nein. Ich hätte uns immer schon als Familie bezeichnet, die Wert darauf legt, sich halbwegs gesund zu ernähren. Aber mit einer ungeübten Bäckerin als Mutter hat sie eben Süßspeisen und Naschereien meist vom Konditor oder Supermarkt gegessen (mal abgesehen von Palatschinken an dem einen oder anderen Wochenende). Gut, das sollte sich hiermit ändern!

Gesunde Muffins backen ist Kunst

Nach einem inspirierenden Aufenthalt in Wien bei meiner Freundin, die sich seit vielen Jahren intensiv mit gesunder Ernährung auseinandersetzt, habe ich mir ein Kochbuch von Veronika Pachala gekauft und es zu meinem Grundlagen-Lehrbuch gemacht. Ihre Rezepte kommen allesamt ohne Kuhmilch, raffinierten Zucker und Weizen aus (manche vegan oder glutenfrei), womit der Nagel auf den Kopf getroffen wird. Fleißig wie ein Bienchen kaufe ich also neue Mehlsorten, wie z.B. Teff-, Süßlupinen- oder Einkornmehl. Ich übe emsig verschiedenste Pflanzendrinks selbst herzustellen und suche verzweifelt nach „mit Datteln, Reissirup oder Kokosblüten gesüßter Schokolade.“ Meine Küche wurde zu meinem Künstleratelier und Büro, wo ich vormittags und am Wochenende mit Begeisterung an den Rezepten werke…

Gesund Muffins backen heißt Niederlagen wegstecken

Mit der Entstehung der ersten Kreationen kamen auch schon die ersten Niederlagen. Ein fantastischer Schokokuchen wird bei Liams erstem Geburtstag zu einer etwas trockenen, viel Speichel erfordernden Masse gesunder Zutaten (don´t even mention Marie… sie hat den Kuchen einfach weggeschoben… den SCHOKO-Kuchen wohlgemerkt!). Die (veganen) Triple-Chocolate Muffins isst Marie. Allerdings merke auch ich, dass deren Konsistenz gern von einem großen Glas Wasser begleitet werden (das nächste Mal probier ich´s mal mit laktosefreier Butter statt Kokosöl). Einige Cookies wurden mal mehr, mal weniger angenommen. Die Biskuitlollies will ich auch noch machen, allerdings mit einem veganen, zuckerfreien Schoko-Haselnussaufstrich anstatt der Chia-Konfitüre. Es ist nämlich so: bald feiert Marie ihren 5. Geburtstag! Und fünf Jahre, meine Damen und Herren, das wird man nicht alle Tage. Das will gefeiert werden und da sollen auch die Muffins schmecken!! (Pssst… eine Absicherung für´s Fest hab ich allerdings schon: eine Ruck-Zuck bio Dinkel-Schoko-Muffins-Backmischung! Aber nicht verraten…).

Gesunde Muffins backen bedeutet Tüfteln und erfinderisch sein

Wenn ich das Backen von gesunden Süßspeisen die „Königsdisziplin“ nenne, dann ist das Backen von gesundem Brot die „Prinzendisziplin“.

Denn, was wir in unserer Familie, und in diesem Fall vor allem Marie, außerdem mehrmals täglich essen ist Brot. Hier achte ich zumindest darauf, dass wir Dinkeltoastbrot kaufen (denn Marie liebt auch Toastbrot..). In Veronika Pachalas Buch gibt es einige interessante Brotrezepte, so auch das „Hirsebrot“, an welchem ich mich schon fünf Mal in eigenen Variationen geübt habe. Außerdem ist das Amaranth-Dinkel-Brot ein Hammer und reicht so an konventionelle Vollkorntoasts heran, dass meine Tochter gar keinen Unterschied bemerkt hat!!! Bislang hab ich jedoch noch kein alltagstaugliches Rezept für glutenfreies Brot gefunden, das nicht eine Fertigmehlmischung beinhalten würde. Im Hinblick auf unsere bevorstehende große Reise mache ich mir auch schon die ersten Gedanken, wie wir unterwegs zu vollwertigem, selbstgebackenem Brot kommen. Insofern lege ich mich auch beim Brotbacken-on-the-road schon mal ins Zeug, recherchiere und experimentiere.

Gesunde Muffins-Mission und die neue Speisekammer

Wie wohl deutlich geworden ist, liegt mir gesunde Ernährung für die Familie sehr am Herzen (mittlerweile zählt auch Pachalas erstes Kochbuch und Hannah Freys „Clean Food“-Kochbuch zu meinem Inspirationsrepertoire). Unser Vorratsregal und Kühlschrank ist nun permanentes Heim neuer Lebensmittel:

  • Dinkelnudeln und glutenfreie Pasta statt Weizenpasta
  • Vollkornreis statt weißem Reis (zumindest für mich und die Kinder, Philipp streikt hier)
  • glutenfreies Brot, Dinkeltoast und selbstgebackenes Brot statt Sandwich-Toast und dunkles Mischbrot
  • allerlei Sorten von Samen: Hanfsamen, Chiasamen, Leinsamen, Sesam
  • Weinstein-Backpulver, Bourbonvanillepulver und Trockengerm sind vielgeliebte Dauergäste
  • alle möglichen Produkte der Kokosnuss
  • Nüsse und Nussmus (Mandeln und Cashews sind meine Favoriten)
  • Haferflocken und allerlei Getreidemehlsorten: Dinkel (-vollkorn), Einkorn, Buchweizen, Hirse, Süßlupinen, Teff und glutenfreie Backmischungen
  • Trockenfrüchte: Datteln, Cranberries, Rosinen, Feigen, Gojibeeren
  • Beeren (derzeit als Tiefkühlware): Himbeeren und Heidelbeeren
  • Ahornsirup, Kokosblütenzucker, Agavendicksaft, Birkenzucker und Honig vom Nachbarn
  • Bananen und Äpfel waren immer schon unsere Gäste und werden nun vielseitiger eingesetzt
  • laktosefreie Milch und Butter, (selbstgemachte) Pflanzenmilch
  • Eier: die Großpackung!

…wenn möglich biologisch und lieber selbstgemacht oder regional. Da bin ich aber sehr bedürfnisorientiert und kaufe mal eher den konventionellen Trockengerm im Geschäft ums Eck, als dass ich extra dafür zum Bioladen oder dm in die (Klein-) Stadt fahre. Auf den ersten Blick wirkt diese Liste  sehr umfangreich, in Wahrheit hat sich unsere „Speis“ aber langsam (dafür nachhaltig) im Laufe eines ganzen Jahres umgestellt.

Gesunde Muffins backen ist 100%-Challenge

Im Hinblick auf Marie (denn Liam ist noch sehr klein und isst derzeit ohnehin fast alles, was auf seinem Teller landet) lautet daher meine Devise:

Ich werde nicht eher ruhen, bis ich ein kleines aber standfestes Repertoire an süßen Speisen und Naschereien habe, die ich ernährungstechnisch zu 100% vertreten kann und die meine Kinder geschmacklich zu 100% lieben!!!

Rückblickend auf die vergangenen Monate intensiven Backens in meinem Küchenatelier komme ich zu dem Schluss, dass ich nur mit Kompromissen weiterkomme: Also doch lieber Butter als Kokosöl, lieber Ei statt Apfelmark und ich nehme doch lieber Halbbitter-Schokolade (inklusive Milchpulver) statt der Edelbitter-Version für meine Prinzessin. Was mir jedenfalls auffällt ist, dass die Backwaren oft nach einigen Stunden Ruhezeit viel besser schmecken als gleich nach dem Backen (ja, ich bin Backanfängerin, für alle die es oben überlesen habe). Sobald ich die Muffins oder Cookies dann aus dem Backofen hole bin ich leider immer schon so aufgeregt, dass ich der lieben Familie rasch schon eine Kostprobe abgebe – die dann das Ergebnis oft negativ ausfallen lässt.

Daher komme ich zu folgendem, persönlichem Zwischenresümee, was meine Mission angeht:

So wie das Leben selbst, benötigen auch Gaumen und Geschmack Zeit, um zu wachsen, um sich zu erweitern. Zeit, die ich dem Leben und meinen Kindern geben muss.

Letzten Endes kann nur so ein gesunder Zugang zu gesunder Ernährung entstehen: Mit Zeit, Geduld und Liebe.

 

In diesem Sinn,

Alles Liebe zu Dir,

Eva

 

P.S.:Was ist deine Challenge bei der gesunden Ernährung deiner Kinder? Ich freu mich über deinen Kommentar!

3 thoughts on “Gesunde Muffins backen ist meine Mission”

  1. Hi,
    Von Zotter gibt es eine ziemlich leckere zuckerfreie Schoki mit 70% Schokolade und 30% Vollmilch und von Ombar gibt’s eine dunkle Schokolade mit Kokosmilch und Kokosblütenzucker. Leider sind beide ziemlich teuer.
    Viel Erfolg am Weg zur Backkönigin!
    Allles Liebe
    Nina 🙂

    1. Hallo Nina!
      Danke für den Tipp, werd ich probieren, wenn ich sie mal zu kaufen sehe! Ich verwende zur Zeit die dunkle MILCHschokolade von Vivani mit Kokosblütennektar. Die schmeckt total lecker und ein wenig karamellig! Vielleicht auch für dich interessant?
      Alles Liebe,
      Eva

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