Wir sind dann mal weg: Mit Wohnmobil auf Langzeitreise

Und jetzt steht es vor unserer Tür: unser neues, altes Wohnmobil!

Aber lasst mich mal zurückspielen….

Philipp und ich waren schon immer gerne unterwegs. Am liebsten fahren wir mit unserem eigenen Fahrzeug, immer schön langsam, von Ort zu Ort, surfenderweise von Strand zu Strand. Lieber Atlantik als Mittelmeer. Bleiben wo´s gefällt, weiterziehen wenn wir Lust auf Neues haben. Seit der Geburt unserer Tochter vor fünf Jahren wünschen wir uns noch einmal als Familie gemeinsam lange auf Reisen zu gehen. Dann absolvierte ich jedoch noch ein zweites Studium, Philipp arbeitete in einer Festanstellung, wieder Umzug und dann erst Mal ankommen. Für Marie beginnt der Kindergarten und ich sehe eine erste Möglichkeit zu arbeiten.

Dann bin ich plötzlich wieder schwanger! Und puh! Was soll ich sagen? Diesen Herbst ist Maries letztes (verpflichtendes) Kindergartenjahr. Dann Schule? (darüber machen wir uns seit einiger Zeit auch so unsere Gedanken) … Mal ehrlich, einige von euch kennen wahrscheinlich dieses Zeitphänomen mit Kindern: Eben noch auf die Welt gekommen,  das erste Andocken an der Brust – und Zack! – schon erklären sie dir, wie die Welt funktioniert und tragen dabei Kleidergröße 116!

Das Wohnmobil

Seit rund 2 Jahren such(t)en wir intensiv nach einem Reisefahrzeug für uns mit dem Fazit: Das ist nicht so leicht, wie es sich anhört und so wie alles im Leben ist auch die Reisemobilsuche ein Prozess! Wollte Philipp anfangs ein alltagstaugliches Auto mit minimalistischem Selbstausbau und einwandfreier Technik, so wollte ich ein Wohnmobil möglichst mit Küche, Alkoven, Bad und Co. Der Motor und das Fahrzeugalter waren mit herzlich egal. Nun, mit der Zeit lernen auch wir voneinander. Nach den ersten Fahrzeugbesichtigungen und Ankaufstests wurde auch mir klar: So ein Wohnmobil kann hübsch aussehen, wenn der Motor nicht mitspielt kommst du nirgendwo hin! So weit, so gut. Lektion meinerseits gelernt.

Im Laufe der nächsten Besichtigungen – bei denen stets unsere ganze Familie plus Hund anwesend waren – wurde auch Philipp immer mehr bewusst, dass es in einem Kleinbus à la VW LT auf Dauerreise für uns wohl recht eng werden würde, zumal der österreichische Automarkt in der Kategorie „Camper“ sehr zu wünschen übrig lässt (verglichen mit den Verkaufsangeboten in Deutschland, z.B.).

Irgendwann im März dieses Jahres und zwei weiteren Traumautos, die uns bei Österreichs beliebtestem Anzeigenportal willhaben durch die Lappen gegangen sind – weil wir eben im hübschesten aller Naturdörfer Österreichs und seinem geografischen Mittelpunkt wohnen, von wo aus jede Autofahrt eine Ewigkeit zu dauern scheint – stellten wir beide dann auf „Resignation“ und trösteten uns gegenseitig, dass wir wohl auch noch mit dem Flugzeug verreisen könnten – doch was dann mit unserem Hund???

Ein Geburtstag und ein Autokauf

Zwei Abende vor Maries 5. Geburtstag entdeckt Philipp auf der Motor-Bazar-Seite ein Wohnmobil aufgebaut auf DEM Weltreise-Fahrzeug: einem Mercedes Benz 410 D, 2,9 Liter-Motor, 100 PS, mit Hymer 660 – ein Fahrzeug, dessen Motor angeblich für eine Million Kilometer geschaffen ist! Ein Fahrzeug, dessen Ersatzteile weltweit lagernd sind, überall kann repariert werden! Der Innenausbau hat genau die Aufteilung, die Philipp und mir zuletzt am sinnvollsten erschienen ist! Philipp ruft an und macht spontan einen Besichtigungstermin in 240km Entfernung für den nächsten Tag aus. Keine Chance auf Ankaufstests, denn dieser Tag ist ein Feiertag. Er kann aber dort übernachten und bekommt für den Morgen des Folgetages einen Termin beim ÖAMTC. Die Telefonleitungen laufen heiß: Philipp berät sich mit Freunden, mit mir, verhandelt weiter. Bis… Ja.

Einfach mal Ja(hr) sagen

Bis wir „Ja!“ sagen und dieses geile Wohnmobil kaufen! Ja. Obwohl es doch um einiges teurer ist, als wir gehofft hatten. Ja. Obwohl dies und das… Was eigentlich? Es ist das beste, coolstes Reisemobil, das wir haben können! Wir haben sie an Maries 5. Geburtstag gekauft und ich nenne sie Berta.

Berta steht vor unserer Tür, bereit für unsere Reise an den Atlantik! Ein Jahr lang aussteigen. Ein Jahr lang“blau machen“, reisen wohin es uns trägt. Ein Jahr lang Abenteuerluft schnuppern, und zwar jeden Tag! Ein Jahr lang neue Freundschaften schließen, an neuen Orten wohnen. Ein Jahr lang Freiheit für die ganze Familie. Täglich mit dem Duft der Meeresbrise erwachen, mit dem Rauschen der Wellen einschlafen (ja, das kann unter Umständen auch mal nerven).

Und wenn wir genug haben, dann fahren wir eben wieder heim.

 

[Anm.: Maries Geburtstag fiel aufgrund des Schlechtwetters recht klein aus. Für die Biscuitlollies, die ich im letzten Beitrag erwähnt hatte blieb aufgrund Philipps Abwesenheit keine Zeit. Die gesunden „Muffins mit Gojis und Cranberries“ waren wieder mal zu trocken, beim Schokobrownie wurde Weizen gegen Dinkel und Zucker gegen Birkenzucker getauscht und meine Mutter brachte dann noch eine gekaufte Torte mit… Soviel zum Stand meiner Gesund-Backen-Mission! Wie auch immer, alle Kids waren happy, allen voran natürlich Marie!]

2 thoughts on “Wir sind dann mal weg: Mit Wohnmobil auf Langzeitreise”

  1. Och moi, das ist ja so niedlich geschrieben! Wann geht’s denn los? Ich beneide Euch, würde so einen Schritt aber ehrlich gesagt nie machen…..wüsste gar nicht, wie man das finanzieren soll….und dann noch mit zwei Krümeln…..boah , Respekt! Bin gespannt, welche Beiträge während Eurer Abenteuerreise entstehen!
    GlG Karo

    1. Liebe Karo! Vielen Dank für deine lieben Worte. Wir stecken derzeit noch mitten in den Vorbereitungen, wollen aber vor den Sommerferien losstarten. Ich versteh deine Bedenken, viele sprechen uns deshalb an. Philipp und ich waren immer schon gerne unterwegs, insofern ist das auch ein großer Wunsch von uns. Zum Finanziellen bleibt zu sagen, dass wir unterwegs wohl insgesamt weniger Geld ausgeben würden als zuhause. Wenn wir das Unterwegssein leben, dann fallen viele Kosten weg, die wir zuhause haben. Wir freuen uns jedenfall auch schon riesig, wenns losgeht! Schön, dass du dabei bist! Glg, Eva

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